Willkommen zu der 2. Folge, meine lieben Serienfans. Unser Thema heute: der Mittwoch! Dienstag war zwar auch Uni aber Mittwoch war eindeutig freakiger.
Der Tag begann damit, dass meine StudEWo-Gruppe (Gießisch für OE) um 8 Uhr einen Termin mit dem Professor hatte, der für die kommenden zwei Semester unser professorischer Mentor ist, sprich der, mit dem man sich auf der Weihnachtsfeier mit Glühwein besäuft und sonst mit Fragemails quält. Der liebe Herr Prof. Dr. Menkl (ohne E wie er immer betont) ist Urbayer und kommt von der Uni Konschtansch. Und außerdem ist er Ur-VWLer. Er ist schon der zweite VWLer, der uns BWL-BAler von der Großartigkeit der VWL überzeugen will. Scheint irgendwie ein allgemeiner Komplot der VWL gegen die BWL zu sein...heute hat uns auch wieder unser Mikroökonomie-Tutor die Nützlichkeit und Großartigkeit der VWL geprädigt. Also wenn ich irgendwie abwandern sollte (was ich nicht glaube), was aber möglich ist durchaus (wie sie immer wieder betonen), dann waren ihren Indoktrinierungsversuche erfolgreich. Aber eben jener Prof-Mentor sah erstens aus wie Mr. Bean in etwas dicklicher und zweitens war er komplett sympathisch und lustig aber irgendwas kam mir komisch vor. Nach der Hälfte des Gesprächs checkte ich auch, was das Problem ist: Der Mann lächelt nicht. Ich habe selten so eine versteinerte Miene gesehen mit der er mit trockenen humoristischen Dingen um sich wirft. Sehr faszinierend. Im Endeffekte stellte er nach dem Gespräch selbst fest, dass er ein typischer deutscher Professor ist, der, wenn man ihm 1,5 Stunden Zeit zum Reden gibt, diese 1,5 Stunden monolgisch zu füllen versteht. Der Output der ganzen Sitzung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Freibier vor der Freiglühwein-Weihnachtsfeier bei ihm im Büro...
Danach versuchte ich mit zwei Komilitoninen das WLAN der Uni zu stürmen. In Erinnerung an die damalige Questreihe zum Erlangen des WLAN-Zungangs an der Uni Hamburg, machte ich mich schon auf eine Reise zum Rechenzentrum fertig...bis sie sagten, dass man ja nur so nen Client runterladen müsse und die Dinge eingeben müsse, die man zur Einschreibung bekommen hat und zack sei es fertig. Aber, dachte ich, wie soll ich was runterladen, wenn ich doch noch nicht ins WLAN kann? Dafür gäbe es einen eignen ungesicherten Zugang. Faszinierend! Also ging die Suche nach Steckdosen los und wir stellten fest, dass es keine gibt. Dieses war und ist bisher der erste Punkt, der mich auf negative Weise erstaunt, da quasi 50% (mind.) der Studenten mit einem Laptop rumschleppen oder in Vorlesungen sitzen. Also nie vergessen den Akku aufzuladen. Zum Glück hatten wir alle funktionierende Akkus. Und, wie auch schon mit dem Stundenplan, innerhalb von 5 Minuten waren wir im Uni-WLAN. I rest my case.
Nun folgte meine erste Vorlesung "Einführung in die Betriebswirtschaftslehre" oder wie es hier heißt "EBWL"...es leben die Abkürzungen. Also wieder ins Sessel-Audimax. Und dieses Mal waren sogar noch mehr Studenten da als vorher. Der große Spaß dabei war dann auch noch, dass nach der VOrlesung quasi direkt eine Party im Sesselaudimax steigen sollte und draußen die Leute am Aufbauen von Getränkeständen, Licht, Musik etc. waren. Also gefühlte 10.000 Studenten plus Techniker und Orgaleute im Minifoyer wühlten und quetschten sich umeinander rum. Ich ergatterte sogar noch einen freien Sesselplatz nachdem ichd irkt im Foxer gespäht hatte, ob Skripte verkauft würden. Wurdens ie aber nicht. Nachdem das Audimax belegt und auch alle Gänge mit Menschen verstopft waren, schleppten plötzlich ein paar Leute so Kopierpapierkisten vorn auf die Bühne. Aha, doch Skripte. Doch mit Blicka uf die Studentenanzahl im Vergleich zu der Menge der Kisten wurde meinen nun hochausgebildeten BWLer-Hirn klar, dass die Ressourcen knapp sind. Also zupfte ich schon ein Scheinchen aus meinem Geldbeutel, um direkt aufspringen zu können und über die Massen zu hechten, sobald der Verkauf losgeht. Kurz nach den Kistenmännern, kamen noch zwei andere Männer auf die Bühne. Der eine in schickem Anzug und so Anfang 40, der andere in einem Tweedjacket und um die 60. Anzug und Tweedjacket fingen dann direkt an wild zu diskutieren und zu gestikulieren und auf dem PC herumzuklicken. Eine kurze Phase der Verwirrung folgte, bis sich das Tweedjaket das Mikro schnappte und die wartenden Massen darüber hinformierte, dass anscheinend das Sesselaudimax doppelbelegt worden war. Durch Handzeichen wurde festgestellt, dass ca. 250 (tatsächlich) Leute da waren, die eine Einführung ins Lehrarmtstudium hören wollten und die restlichen 9.999 (gefühlt) wegen EBWL da waren. Und ich hatte mich ehrlich schon davor gewundert und gefreut, dass die Tussiquote so gering war...in dem Moment wurde mir klar, was den Durchschnitt runtergezogen hatte... Tweedjacket und Anzug diskutierten, fuchtelten und klickten noch ein wenig herum. (Mittlerweile war schon eine 3/4 Stunde vorbei...) Dann griff sich diesmal der Anzug das Mikro und eröffnete uns, dass anscheinend in 2 von 3 Dingen, wo die Raumbelegung steht, EBWL steht aber in 3 von 3 die Lehramtssache und deshalb würde er den Rückzieher machen. 9.999 Menschen freuten sich, 250 grummelten. Die Mitarbeiter des Anzugs würden dann jetzt draußen die Skripte verkaufen. WTF???????????? Dies war der Startschuß für die Apocalypse. 9.999 Menschen sprangen auf, rafften hektisch ihre DInge zusammen und drängten sich im Schneckentempo gen Foyer (was winzig ist im Vergleich zum Sesselaudimax). Ich mitten drin. Meine zuvor rausgewühlten 10 Euro fest umklammert, wühlte ich mich durch die Massen, quetschte mich an den Kanten vorbei und hatte eigentlich schon damit abgeschlossen so ein Skript zu erwerben, als sich auch die Kastenmänner, srich die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Anzugs, durch die Massen quetschten. Ihr müsst Euch das so ungefähr vorstellen von der Masse und dem Drängelfaktor wie ein Teenie-Boyband-Konzert. Und die Kistenmänner stellten ihre Kisten direkt auf dem schon aufgebauten Bierverkaufsstand ab, an dem ich gerade von den Massen vorbeigequetscht wurde. In meiner Poleposition erlangte ich dann auch als einer der ersten das heißersehnte Skript, während hinter mir mich die Massen gegen den Stand drückten und mit hunderten von 10 Euro-Scheinen neben meinem Kopf herumwedelten. Wie ich mit meinem Skript aus diesen Massen vom Stand und raus an die frische Luft kam weiß ich wirklich nicht mehr, nur dieser Moment der frischen Luft und des Platzes um mich herum ist selten so glorreich. Geschafft aber mit dem dicken Hochglanzskript ind en Händen fuhr ich nach Hause und brach auf dem Sofa zusammen.

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